Eine Glaubensreise

Gordon und Julie kennen Menschen, die vom anfänglichen Interesse am Evangelium bis zur Übergabe ihres Lebens an Gott auf einer „Reise“ wa-ren. Manchmal braucht diese Reise viele Jahre bis zur Vollendung.

Es ist immer spannend, wenn ein Mensch Christus kennenlernt und sich entscheidet, ihm zu folgen. In den meisten Fällen ist die Reise bis zum Jesus-Nachfolger aber ein langwieriger Prozess. Gordon* und seine Frau Julie* sind Langzeit-Mitarbeiter in Zentral-Nordafrika. Sie hatten das Vorrecht, Menschen zu beobachten, die von einem anfänglichen Interesse am christlichen Glauben bis zur Übergabe ihres Lebens an Gott gereist sind.

2023 zog das Ehepaar aus der Hauptstadt in eine der am wenigsten erreichten Städte weiter südlich mit dem Wunsch, sich ganz für Gemeindegründung zu engagieren. Sie bemühten sich bald um Außenstehende, wie Gordon erklärt: „Etwa das Erste, was wir taten, war Gebetsspaziergänge zu machen. Wir besorgten eine Karte der großen Stadt und der umliegenden Städte, wählten jede Woche einen Ort in der Region aus und beteten über diesem Ort. Wir träumten davon zu erleben, wie aus den ersten Christen aus diesen Orten eine neue Gemeinde in unserer Stadt entstünde. Damit das geschah, redeten wir mit den Menschen über das Evangelium und machten alle, die Gott vorbereitet hatte und uns vorbeischickte, zu Jüngern.“

Einer dieser Personen, die das Ehepaar bei ihren Spaziergängen kennenlernte, war Emir*. Er war ein praktizierender Sunni-Muslim, der ein Unternehmen besaß, wo er Ländereien, Häuser, Wohnungen und Mietwohnungen verkaufte. Sein ganzes Leben hatte Emir auf dem Land rund um die Stadt verbracht.

Gordon erinnert sich, dass Emir „echtes Interesse an den Themen hatte, die den Himmel und das ewige Leben betrafen. Wir schenkten ihm eine Bibel und zeigten ihm Schriftstellen mit den Themen, die ihn interessierten und die er nachlesen konnte – besonders Schriftstellen über das Leben Jesu. In jenen Tagen brachte Gott viele Christen in sein Geschäft, die mit ihm über Jesus sprachen und ihm alle seine Fragen beantworteten.“

Nach drei Jahren, in denen sich Gordon und Julie immer wieder mit Emir trafen und mit ihm über den Glauben sprachen, nahm er Jesus in sein Leben auf und wurde der erste Christ als Frucht der Arbeit in dieser Gegend. „Er gab alle Praktiken des Volks-Islams auf, alle Magie, in die er engagiert war und alle spirituellen Bündnisse, die er in seinem bisherigen Leben geschlossen hatte“, sagt Gordon. „Er wurde getauft und bildete zusammen mit drei anderen Christen Teil einer Bibelstudien-Gruppe, die wir gründeten, die später der Beginn der Gemeinden hier war.“

Der Opposition entgegentreten

Bald nachdem er sein Leben Jesus übergeben hatte, entdeckte Emirs Familie, dass er ein „Jesus-Gläubiger“ geworden war. Das führte dazu, dass er von seiner Familie ausgestoßen und entehrt wurde. Emir wurde aus seinem Zuhause hinausgeworfen, und seine einzige Möglichkeit war, in seinem Büro zu leben, wo er am Tag arbeitete und nachts schlief.

„Mehrere Monate lebte er so, und Julie und andere Frauen nahmen seine Kleider zum Waschen mit nach Hause, kochten Essen und taten ihr Bestes, seinen Bedürfnissen nachzukommen“, erzählt Gordon. „Das Gute an dieser ganzen Sache war, dass sein Büro zum öffentlichen Treffpunkt für Christen und Nicht-Christen wurde und viele Möglichkeiten zum Zeugnisgeben bot – und es war ein geheimer Ort für Emir zum Bibellesen und Beten.“

Langsam, mit der Zeit, begannen Emir und seine Familie sich auszusöhnen. Sie akzeptierten allmählich die Tatsache, dass er an Jesus glaubte. Als seine Eltern und seine Großmutter gestorben waren, erbte er als Sohn der Familie die Hälfte des Familiengrundbesitzes, des Eigentums und der Häuser. Die andere Hälfte wurde unter seinen drei Schwestern aufgeteilt – so wie es dem islamischen Gesetz entspricht.

Während dieser Zeit besuchte Emir weiter den Gottesdienst und studierte zusammen mit einer kleinen Gruppe von unverheirateten, männlichen Christen seine Bibel. Die Männer hatten das Alter erreicht, in dem sie heiraten und eigene Familien gründen wollten, und das war eine Herausforderung für die junge Gemeinde.

„Es gab zu der Zeit nur sehr wenige gläubige Frauen in unserem Land, und sie waren über das ganze Land verstreut. So fühlten wir uns gefordert, mit unseren Brüdern über diesem Notstand zu beten“, sagt Gordon. „Emir sagte, Jesus gäbe ihm die Gewissheit, dass er im nächsten Sommer verheiratet sein würde – und er war es auch! Gott brachte ihm eine gläubige Frau aus der Hauptstadt.“

Den Kreis vollenden

Emir und seine Frau beschlossen in die Hauptstadt umzuziehen, da sich seine Frau nicht an das Leben auf dem Land gewöhnen konnte. Er verkaufte sein Geschäft und das Haus, das er gebaut hatte. Die beiden begannen ein neues Leben und schlossen sich einer lokalen Gemeinde in der Hauptstadt an. Der Umzug ermöglichte es Emir, online Theologie zu studieren, und Gott öffnete ihm die Tür, in verschiedene Orte überall auf der Welt zu reisen.

Eine dieser Reisen brachten ihn zu einer Missionskonferenz in Thailand, wo er zu seiner Überraschung Gordon wiedersah. „Er erzählte mir, dass er, seit er mich zum letzten Mal gesehen hatte, nach Marokko gereist war, um eine Gruppe von Christen aufzusuchen“, erzählt Gordon. „Er sagte, dort habe er ein unglaubliches Erlebnis gehabt, er sei mit dem Heiligen Geist getauft worden, mit dem prophetischen Wort und der Aufforderung zum Dienst. Er sagte, dieses Erlebnis habe sein Leben verändert. Als die Konferenz vorbei war, gingen wir wieder getrennte Wege, aber Ende letzten Jahres veranstaltete die internationale Gemeinde in unserer Stadt ein Männerfrühstück. Zu meiner Überraschung war Emir dabei!“

Emir gab sein Zeugnis und erwähnte Gordon gegenüber, was er all die Jahre, seit sie sich regelmäßig in der jungen Gemeinde getroffen hatten, im Kopf behalten hatte: „Ich erinnere mich an die Zeiten, als du über die Gebets-Spaziergänge durch unsere Stadt und ihre Umgebung sprachst und wie wir, die Gemeinde dieser Stadt, Gottes Antwort auf deine Gebete waren. Gordon freute sich ebenfalls, denn das waren „die ersten Früchte von Christen in unserer Stadt. Ich werde das nie vergessen!“

Auch heute noch tut Gordon „dasselbe. Jedes Jahr reise ich durch das ganze Land. Ich bedecke das Land mit Gebet, rede mit den Menschen über das Evangelium, gebe Literatur weiter und arbeite mit denen weiter, die mehr von Jesus wissen möchten. Ich fühle mich gedrängt dazu. Die Menschen müssen Jesus kennenlernen!“

*Name geändert

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